Welcher Arzt verschreibt Cannabis? Diese Frage stellen sich weltweit Menschen, die Cannabis als Medizin betrachten und ihre gesundheitlichen Probleme mit einer legalen Cannabis-Therapie angehen möchten. Ob ein Arzt Cannabis verschreiben darf, hängt zunächst einmal von der länderspezifischen Gesetzgebung ab. Ist medizinisches Cannabis legalisiert, benötigt der Arzt in manchen Ländern eine zusätzlich Qualifikation, um Cannabisblüten, Dronabinol etc. verordnen zu dürfen.
Cannabis vom Arzt: Kanada
„The cannabis doctor is in“ titelte das Canadian Medical Association Journal schon im September 2015. Das war ein gutes Jahr, nachdem neue Bundesvorschriften in Kanada die Ärzte zu Gatekeepern für die Verschreibung von medizinischem Marihuana gemacht hatten. Und zu dieser Zeit hatten Cannabis-Kliniken im Land der Bieber bereits zwei verschiedene Formen angenommen:
- Mitgliedschaftsbasierte Kliniken, bei denen Patienten eine Gebühr zahlten, um von nichtmedizinischem Personal betreut und mit sachkundigen Cannabis-Ärzten vernetzt zu werden, die bereit waren, medizinisches Marihuana legal zu verschreiben.
- Klassische medizinische Kliniken mit Ärzten, die sich auf die Verschreibung von Cannabis spezialisiert hatten. Die Patienten wurden für eine Konsultation überwiesen und mussten nichts bezahlen; der Cannabis-Arzt rechnete mit den Gesundheitssystemen der Provinzen ab.
Drei Jahre später, im Oktober 2018, legalisierte Kanada als zweites Land der Welt (nach Uruguay) den Verkauf und den Besitz von Cannabis für Freizeitzwecke. Dies führte jedoch nicht zu wesentlichen Änderungen bei den Regelungen für medizinisches Cannabis. In Kanada sind medizinisches und Freizeit-Cannabis in separaten Gesetzgebungen geregelt.


Welcher Arzt verschreibt Cannabis in Deutschland?
In Deutschland können sich Patienten von jedem Facharzt (auch Hausarzt) Cannabis verschreiben lassen. Nur vom Zahnarzt gibt es kein Cannabis auf Rezept. Ob die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten für die Cannabis-Medizin übernehmen, hängt vom Einzelfall ab. Viele Patienten bezahlen die Cannabis-Therapie aus eigener Tasche.
Deutsche Ärzte müssen ihre Kenntnisse im Bereich der Cannabinoid-Therapie übrigens nicht extra nachweisen, um als Cannabis-Ärzte tätig werden zu dürfen.
Disclaimer
Dieser Artikel über medizinisches Cannabis wurde zu unverbindlichen Informationszwecken erstellt. Wir sind bemüht, Informationen so aktuell und umfassend wie möglich zu recherchieren und zu präsentieren. Eine Gewähr oder Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte können wir jedoch nicht übernehmen. Die gebotenen Informationen sind kein Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch Ärzte und Apotheker. Bei allen individuellen Fragen und Entscheidungen rund um die Gesundheit sollten sich Patienten und ihre Angehörigen auf jeden Fall an einen qualifizierten Experten wenden.
Bildquelle Beitragsbild: ©iStock.com/Juanmonino